schlägt das Zweitaktherz. Trotz Neuschnee und unerwartet tiefen Temperaturen konnten wir pünktlich zur Eröffnung der OLDTEMA in Erfurt anreisen. Im Gepäck den Wunsch nach einigen lang gesuchten Teilen für unsere Schätze, originalem und originellem Zubehör und vielleicht auch noch alten Prospekten und sonstigen interessanten Dokumenten aus der Geschichte der Zwei- und Viertakttechnik. Unser Wunsch ging in Erfüllung. Sehr schöne Farbprospekte aus den 50ziger und 60ziger Jahren zu unseren Wartburg-Fahrzeugen bereichern jetzt unser Archiv und dienen dem Quellenstudium. Damals für den Export sehr ansprechend und aufwendig gestaltet, mit Farbtabelle, Typenübersicht und Schnittdarstellungen. Immerhin: Ca. 44 Prozent der hergestellten Wartburg Typ 311 gingen in den Export!

Ganz besonders haben wir uns gefreut, auf dem Messestand der DEKRA Herrn Konrad von Freyberg, langjähriger Gruppenleiter in der Eisenacher Motorenentwicklung und Motorboot-Weltmeister, kennenlernen zu dürfen. Herr von Freyberg berichtete uns von den damaligen unsinnigen politischen Vorgaben, den VW Lizenzmotor längs in den Wartburg 353 einzusetzen. Ein in Wolfsburg umgebauter Wartburg erwies sich, ungeachtet aller dortigen Bemühungen, als unfahrbar. Groß war jedoch die Freude der Eisenacher, als ein – unter dem Sitz des aus Wolfsburg zurückkehrenden Wartburg versteckter – Radzierdeckel mit Grüßen von den Kollegen aus dem Westen gefunden wurde. Damals ahnte sicherlich niemand den bevorstehenden Fall der Mauer aber auch nicht den drohenden Untergang der Automobilfertigung im Werk Eisenach.